Sommerliste

Was ich gerne tun möchte:

  • in einem See baden (ich übe noch)
  • stapelweise Bücher ausleihen und am Stück verschlingen
  • Briefe schreiben
  • die höchsten Punkte der Stadt ausfindig machen und auf ihre Sonnenuntergangsqualität testen (Sonnenaufgang ist auch in Ordnung)
  • Dinge ausmisten, die ich nicht mehr brauche oder nicht mehr haben will und verschenken oder etwas neues daraus machen
  • ins Freiluftkino gehen
  • Berlins beste Eisdiele finden
  • allgemein draußen sein
  • mehr tun, statt es auf Listen für später zu schreiben

Wir suchen ein neues Zuhause!

So sehr ich auch von einer eigenen Bibliothek mit Bücherregalen bis unter die Decke träume: nicht jedes Buch hat einen Dauerplatz auf meinem Regal verdient. Wenn ich mir sicher bin, dass ich es nicht noch ein zweites Mal lesen werde oder wenn es schon Jahre auf meinem Ungelesen-Stapel liegt, aber mich bisher nicht interessiert hat, dann muss es gehen.

Seid ihr noch auf der Suche nach Sommerlektüre? Die fünf Bücher, die mich dieses Mal verlassen müssen, möchte ich gerne an euch weitergeben. Nur weil sie mir nicht gefallen haben oder mich momentan nicht interessieren, heißt das schließlich nicht, dass sie schlecht sind!

Es handelt sich um folgende Titel (für mehr Infos zum Inhalt einfach anklicken):

The Book Thief von Markus Zusak

Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin

Berliner Verhältnisse von Raul Zelik

Heinrich von Ofterdingen von Novalis

Serienunikat von Chantal-Fleur Sandjon

Wenn ihr eines der Bücher haben möchtet, schicke ich es euch gerne zu. Hinterlasst einfach einen Kommentar, dann melde ich mich bei euch. Im Gegenzug freue ich mich über eine schöne Postkarte :)

Wer zuerst schreibt, bekommt das Buch. Die Aktion endet, wenn alle Bücher ein neues Zuhause gefunden haben.

Sagt es auch gerne weiter oder teilt den Link!

Entschleunigung [short stories #3]

Pünktlich zum 1. Juli gab es wieder ein neues Thema für das monatliche Short Stories-Projekt von Bine und Andrea. Das Thema könnte diesmal kaum passender sein: Entschleunigung.

Vor ein paar Tagen schrieb ich, in drei Wochen sei das Semester vorbei. Schon heute sind es nur noch zweieinhalb Wochen. Als ich vorhin überlegt habe, was ich im Juni eigentlich alles gemacht habe, ist mir als allererstes eingefallen: der Zeit hinterher gerannt. Ja, ich würde das Tempo gerne etwas drosseln. Entschleunigung könnte ich gut gebrauchen.

Wir können zwar nicht die Zeit kontrollieren, aber ein bisschen haben wir doch in der Hand, ob sich unsere Tage lang und erfüllt oder öde und trotzdem viel zu kurz anfühlen. Ich habe festgestellt, dass es schon reicht, sich jeden Tag Zeit für eine Kleinigkeit zu nehmen, die nichts mit dem aktuellen Tagesgeschäft zu tun hat. Die einfach Spaß macht und die Seele streichelt.

Ein Spaziergang in der Natur zum Beispiel. Ein Mittagessen mit einer Freundin oder Fußball schauen mit den Mitbewohnern. Seltsamerweise bin ich mit meinem Alltags- und Unikram erfolgreicher, wenn ich zusätzlich etwas ganz anderes gemacht habe, obwohl mir dadurch eigentlich weniger Zeit für alles bleibt. Aber zufrieden und ausgeglichen arbeitet es sich einfach effektiver.

Und wo ist da jetzt die Entschleunigung? An der Länge der Tage oder der Geschwindigkeit des Stundenzeigers kann nun mal wirklich keiner etwas ändern. Aber wenn ich zurückblicken kann auf Tage, die zwar voll, aber erfolgreich und fröhlich waren, dann fühle ich mich gleich viel weniger gehetzt. Dann kommt die Zeit in gemütlichem Spazierschritt daher und macht mir auf einmal viel weniger Angst.

 

Schatzkästchen

Da hatte ich mich schon ausgiebig beschwert, weil es schien, dass ausgerechnet der Sommer, den ich in Italien verbringe, ausfallen würde – und dann kam er doch. Aber so richtig mit Sonne, Temperaturen über 30 Grad und einem Haufen Stechmücken, die sich seither auf meinen Armen und Beinen austoben. Ich bin dank extremer Raumtemperaturen ein wandelnder Zimmerbrunnen, könnte durch die vielen Stiche und meine noch ausbaufähige Bräune als Negativ eines Fliegenpilzes durchgehen und der Pollenflug, durch das gute Wetter begünstigt, treibt mir Tränen in die Augen und lässt mich in einem fort niesen.

Trotzdem, oder gerade deswegen bin ich glücklich. Endlich ist der Sommer da, den sich alle so lange herbei gewünscht haben, ich kann 24/7 in Birkenstocklatschen durch die Gegend schlappen, und nichts ist so erfrischend wie ein kühler Windhauch am Abend eines heißen Sommertages, wenn man im Freien eine Pizza verspeist oder im Gras zwischen Olivenbäumen sitzend den Sternenhimmel und die Lichter der Stadt bestaunt.

Was mir außerdem Freude bereitet?

Zum ersten Mal in meinem Leben Glühwürmchen und Geckos zu sehen, meine Bachelorarbeit beendet, gedruckt und abgegeben zu haben, Pfefferminztee aus dem Kühlschrank, Eis, der Bücherstapel auf meinem Nachttisch, Küchengespräche, der Mond, der in mein Zimmer scheint, blühende, duftende Jasmin-Hecken, die Kinder überall, die jetzt Ferien haben, in Kleidchen und kurzen Hosen rumlaufen zu können…

Vor ein paar Tagen habe ich folgendes „Gedicht“ gelesen:

 

Ich bin nicht der Meinung , dass Beschwerderitis nur eine deutsche Krankheit ist. Aber ich erkenne mich doch ein bisschen wieder. (Außer, dass ich sehr selten Tatort schaue.) Und das gefällt mir nicht! Zufriedenheit gibt einem doch viel mehr als ständige Nörgelei.

Deshalb sammle ich ab jetzt schöne Momente. Kleine Glücks-Stückchen als Reserve für graue Alltagsperioden und als Souvenir für später mal, wenn man an die guten alten Zeiten zurück denkt.

Wer sammelt mit?

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